Panspermie und Intelligentes Design
Posted by dominique | Datum: 06.10.2014
Panspermie ist die Idee, dass das Leben auf der Erde durch eine kosmische Befruchtung initiiert wurde - entweder von einem Asteroiden mit Bakterien, oder aber sogar absichtlich, durch extraterrestrische Wesen, die das Leben auf der Erde angestoßen haben. Ein kürzlich auf /r/askscience diskutierter Artikel von Maxim Makukov, der in einem relativ bekannten Journal für Astronomie veröffentlicht wurde, behauptet nun, eindeutige Hinweise auf einen intelligenten Code gefunden zu haben, der auf den extraterrestrischen Ursprung des Lebens auf der Erde deutet. Warum das numerologischer Humbug ist, und warum man extra vorsichtig sein sollte, wenn Mathematiker sich an der Erklärung biologischer Zusammenhänge versuchen, erkläutert PZ Meyer in einer wunderbar trockenen Analyse: The genetic code is not a synonym for the bible code.
Die ersten Bilder der Erde aus dem Weltall
Posted by dominique | Datum: 03.09.2014
Ich bin mit den Bildern des Hubble Teleskops aufgewachsen und kann mir kaum vorstellen, wie es war, als man das Weltall nur aus Teleskopaufnahmen kannte. Wie muss es wohl zu einer Zeit gewesen sein, als die Menschen erst begannen, das Weltall zu entdecken? Die Geschichte der Kosmologie ist voller unglaublicher Momente, von denen das Air and Space Magazine des Smithsonian Institute einen besonders bewegenden in einem Artikel eingefangen hat: Die Geschichte des ersten Photos der Erde aus dem Weltall, aufgenommen 1946 mit V2 Raketen, die nach dem Krieg nach White Sands in New Mexico gebracht wurden.
Die Offene Universität
Posted by dominique | Datum: 20.06.2014
Seiten wie coursera.org, edx.org oder openculture.com sind toll: Sammelsuria an öffentlich zugänglichen Universitätskursen finden sich hier hunderte Stunden Beschäftigung für den interessierten Netzbürger, von der Unfallchirurgie oder dem (sehr guten!) Grundlagenkurs Informatik über nieschige Vorlesungen (z.B. Warum wir uns irrational verhalten - eine Vorlesung aus der Verhaltensökonomie) bis hin zu Vorlesungen über die Generelle Relativität, Astrophysik und schwarze Löcher. Als Philosoph freut mich besonders, dass es auch die Philosophie schafft, sich hier präsentieren: ist sie doch vielleicht das Sprachspiel, dessen rein und ausschließlich akademische Existenz am wenigsten Sinn macht. Wer einmal wissen möchte, was Philosohie an der Uni ist (oder zumindest auch sein kann), dem empfehle ich PHIL 176: DEATH - ein Grundlagenkurs von Professor Kagan, in dem das Thema Tod von vielen Seiten aus philosophisch beleuchtet wird.
Gravitationswellen oder die Geburtswehen des Universums
Posted by dominique | Datum: 19.03.2014
Was genau passierte in den ersten Bruchteilen von Sekunden nach dem Urknall, der Geburt unseres Universums? Eine Frage, bei der man als Laie wie ich nicht unbedingt glaubt, es könne eine wissenschaftliche Theorie darüber geben. Und dennoch, es gibt sie: die Theorie der kosmologischen Inflation macht Voraussagen darüber, was 10-36 bis 10-33 SEKUNDEN nach dem Urknall passierte. (Hilfreich zum Verständnis: Ein Reddit Post von 'spartankid' erklärt, warum die Theorie existiert und welche drei wichtigen kosmologischen Probleme sie löst, ein Video von Nature das die Basics erklärt). Eine Gruppe von Wissenschaftlern hat über 8 Jahre am Südpol in ein spezielles Teleskop geschaut, um für diese Theorie experimentelle Hinweise zu finden - und sie wurden nun fündig. Der Moment, in dem Chao-Lin Kuo - einer der Wissenschaftler von BICEP2 - dem "Vater" der Theorie, Andrei Linde, die Nachricht überbringt, ist auf Youtube zu finden. Wissenschaft als Doku-Soap? Ich finde es gut!
Frischzellenkur für snooweatinganima.de
Posted by dominique | Datum: 12.03.2014
Endlich vollbracht: das neue Design von snooweatinganima.de ist online. Valides HTML5 und dank YAML mit einem simplen aber leistungsstarken CSS Framework versehen - wer hätte das gedacht, angesichts des Monsters von <font> tags und <p>&nbsp;</p> stylings das die alte Seite war. Ich habe mich bemüht, möglichst konservativ vorzugehen und fast alten Inhalte zu übernehmen - das ein oder andere ist aber trotzdem entsorgt worden. Somit ist auch snooweatinganima.de endlich in der Internet-Neuzeit angekommen. :]
Der Fall Guttenberg und der teutonische Berlusconismus
Posted by dominique | Datum: alt
Georg Seeßlen ist nicht nur ein scharfsichtiger Filmkritiker, er schreibt auch beeindruckende Analysen zur Zeit. Sein Text Der Fall Guttenberg und der teutonische Berlusconismus ist mit Abstand das Beste, was zum Fall(?) des Hat-die-Haare-schön-Verteidigungsministers a.D. gedruckt wurde: 15 pessimistische Thesen zu dem, was man aus der Causa KTG über den Zustand der zweiten deutschen Republik herauslesen kann. Sad but true.
Der kommende Aufstand
Posted by dominique | Datum: alt
Eigentlich habe ich es nicht so mit Propheten, zumal mit Propheten des Untergangs. Was das unsichtbare Komitee in dem Traktat Der kommende Aufstand zusammenbringt ist aber unglaublich viel mehr als nur (graue) emanzipatorisch-radikale Theorie: hier findet sich eine (pop-)literarische Bestandsaufnahme unserer Zeit, deren saftig-zornige Treffsicherheit ihresgleichen vergeblich sucht. Geschrieben nach den Aufständen in den Banlieus von Paris ist diese Perle radikaler Analyse, noch vor der Weltkrise des Finanzsystems, eine auf allen Ebenen ansetzende Sezierung eines Systems, das sich selbst nicht mehr versteht. Eine kleine Warnung: in Frankreich wurde Der kommende Aufstand als ein, zum Terrorismus aufrufendes Pamphlet verschrieen und kriminalisiert. Sollten Sie also bei der Bundesbank arbeiten, lesen sie es evtl. nicht auf der Arbeit ;)
Update: Eine nicht sehr wohlgesonnene Kritik des "kommenden Aufstands" von Johannes Thumfart in der TAZ ist sehr lesenswert, auch wenn ich die antimodernen Invektiven des Textes als nicht so paranoid charakterisieren würde. Thumfart hat Recht, heute lässt sich niemand mehr von "auratischen Philosophenführern" durch "altgriechische Zitate und Denkerposen" beeindrucken,- gerade deswegen aber ist die radikal-pop-literarische Form des Textes so brilliant. Der Gedanke der Emanzipation des Menschen ist zu wichtig, ja, auch und gerade als Utopie: wer sich hier vor lauter Ehrfurcht vor der politischen Realisierbarkeit nur noch in demokratiekompatiblem Parteitagsbeschlussdeutsch unterhalten mag, kann eben manche Dinge nicht mehr sagen.
Das Abendland, das ist heute ein GI, der in einem Abraham M1 Panzer nach Falloudja rast und volle Pulle Hardrock hört. Es ist ein Tourist, der verloren mitten in den Ebenen der Mongolei von allen verlacht seine Kreditkarte umklammert wie den letzten Strohhalm. Es ist ein Mädchen, das sein Glück bei Klamotten, Männern und Feuchtigkeitscremes sucht. Es ist ein schweizer Menschenrechtsaktivist, der um alle vier Ecken des Planeten reist, solidarisch mit allen Revolten, sofern sie niedergeschlagen werden. Es ist ein Spanier, der auf die politische Freiheit scheißt, seit ihm die sexuelle Freiheit gewährt wurde. Es ist ein Kunstfreund, der zur erstarrten Bewunderung und als letzten Ausdruck des Genies der Moderne ein Jahrhundert an Künstlern darbietet, die, vom Surrealismus bis zum Wiener Aktionismus, darum konkurrieren, wer am zielgenauesten auf das Gesicht der Zivilisation spuckt. Es ist schließlich ein Kybernetiker, der im Buddhismus eine realistische Theorie des Bewusstseins gefunden hat und ein Teilchenphysiker, der in der Metaphysik des Hinduismus nach Inspiration für seine neuesten Entdeckungen sucht.
VerschwörungsFAZ
Posted by dominique | Datum: alt
Es ist wahrscheinlich altersbedingt, das ich in meinen Frühstückslinks mittlerweile auch die FAZ drin habe, und sei es nur zur Feindaufklärung. Manchmal kommt mir die Galle aber wirklich hoch. So zum Beispiel heute, dem 10. September 2010 - einen Tag vor dem neunten Jahrestag von 9/11 featured die FAZ kranke 9/11-Verschwörungstheorien prominent auf ihrer Homepage, angeblich gibt es "neue, spektakuläre Videos zu 9/11" - klickt man den Link an, so kommt man auf eine Seite, deren kritische Auseinandersetzung mit den Videos darin besteht, "sollen" in jeder dreizeilig-verschwörungstheoretisch raunenden Videobeschreibung zu nutzen. Mir ist schlecht.
Sie haben das Recht zu schweigen
Posted by dominique | Datum: alt
2006, auf dem 23. Chaos Communication Congress, oder auch 23C3, sprach Udo Vetter zu einem Thema, das auch nach über vier Jahren sehr informativ ist - nicht nur für Hacker und FeierabendraubkopistInnen: Sie haben das Recht zu schweigen ist ein unterhaltsamer Vortrag, wie man mit den Freunden und Helfern aus rechtlicher Perspektive am besten umgeht, sollte die eigene Wohnung mit richterlicher Anordnung gefilzt werden.
The Daily Bleed
Posted by dominique | Datum: alt
Hallo Welt. Ja, ich lebe noch, ja, diese Seite wurde circa ein Jahr nicht verändert. Macht ja auch nix. Dafür hier ein toller Link, sozusagen selbstupdatend: The Daily Bleed - Things your mom and dad forgot you to tell. Eine Übersicht für jeden Tag des Jahres. Habt Euch lieb.
Gegner, keine Opfer 1
Posted by dominique | Datum: alt
Als Atheist bin ich es oft leid, im philosophischen Gespräch die religiöse Gretchenfrage der Sinnhaftigkeit eines personalen Gottesbegriffs zu diskutieren: allzu häufig wird in diesen kritischen Momenten des Gesprächs von inneren Erfahrungen und Erlebnissen salbadert, Ausweichmanöver, die eine an epistemischem Fortschritt interessierte Philosophin kaum überzeugen können. Umso erfreulicher, wenn man auf frische Überlegungen stösst, Gedanken die einen stutzen und nach-lesen lassen. Sowohl von der rhetorischen Strategie, wie auch vom argumentativen Gehalt bringt eine kurze Ausführung von Boris Groys zur "Politik der Unsterblichkeit" einen interessanten 'twist' in die o.g. Diskussion: so ist es seiner Meinung nach gerade der an der Unsterblichkeitsgarantie z.B. eines personalen Gottes zweifelnde Mensch, der im Bewusstsein der Vergänglichkeit für die Institutionalisierung von tradierten Unsterblichkeitsdiskursen optiert. Das Argument:
Politik der Unsterblichkeit. Wer an Gott, den Weltgeist, das Sein, das Unbewusste oder etwa an den absolut Anderen glaubt, der braucht sicherlich nicht philosophische Diskurse zu entwickeln oder Kunstwerke zu schaffen, die für die Dauer angelegt sind. Dann reicht die ontologische Garantie allein, der man vertraut, dass sie auch ohne eine Intervention dem Untergang aller Dinge Einhalt gebietet. Wer aber in Bezug auf die ontologische Garantie der Unsterblichkeit zum Skeptizismus neigt und trotzdem für die Unsterblichkeit optiert, der beginnt, die Politik der Unsterblichkeit oder zumindest die Politik der langen Dauer zu praktizieren. Er beginnt dafür zu sorgen, dass bestimmte Diskurse - und seien es auch die Diskurse über Gott oder das Unbewusste - strategisch positioniert werden, erhalten werden, institutionell verankert werden.
Das ist natürlich reaktionärer Quark, aber doch so interessant formuliert, dass man die Hypothesen erst auseinanderklamüsern muss, um zu verstehen, warum es denn eigentlich Quark ist. Respekt.
Uzbekistan, die Presse, die Toten
Posted by dominique | Datum: alt
Was am 13. Mai 2005 in Andijan, Uzbekistan passierte zeigt sehr deutlich, wie das Reden von Terror und Islamismus blutrünstigen Diktatoren wie Islam Karimov dienlich sein kann. Da werden Geschäftsleute verhaftet, nur weil sie an Mohamed glauben, da wird auf Demonstranten aus Panzerwagen geschossen und später verlautbart, es handele sich um "militante Islamisten", mit der Konsequenz dass der "Westen" die Augen und Ohren verschliesst und die uzbekischen Menschen ihrer Verzweiflung überlässt. Das unermüdliche Institute for War and Peace Reporting beleuchtet dunkle Ecken des blutigen Scherbenhaufens einer postsowjetischen Diktatur.
Demobeflaggung
Posted by dominique | Datum: alt
Keine einfache Aufgabe: USA-Präsident George Walker Bush kommt in das, sich im künstlichen Sicherheitskoma befindliche Mainz und man will demonstrieren. Aber wie? Der Fraktion der "A-A-Antikapitalista!" gehört man ja nicht wirklich an, und den, vom rechten Salonproll Hendryk Broder beklagten "9/11 - Terror's coming home" Schildern gewinne ich auch nichts ab. Da ich rein zufällig kürzlich die geniale Dokumentation "Eyes on the Prize" gesehen habe, hatten wir *die* Vorlage: wie auch in den amerikanischen Bürgerrechtsdemonstrationen wollten wir unter der Flagge demonstrieren, die für amerikanische Werte steht wie keine andere, unter UNserer Flagge.
William Blake, Auguries of Innocence
Posted by dominique | Datum: alt
Philosophisch hätte ich mit William Blake, dem grossen englischen Dichter & Drucker, wohl so meine Probleme. Voll religiösem Eifer sind seine Gedichte häufig Anklagen den Ungläubigen gegenüber, doch dies in einer Form, die auch heute noch sprachmächtig zu beeindrucken weiss. So ist sein Gedicht Auguries of Innocence (dt. etwa "Prophezeiungen der Unschuld") voller Hass demjenigen gegenüber, der 'dem Kinde Zweifel lehrt', mit dem blossen Antworten auf Fragen des Zweifels verlischt für Blake bereits das Licht der Erkenntnis. Wie subtil dieser kirchenferne Geistliche seine Ideen verficht, und wie modern seine Gedanken, trotz aller Reaktion, doch sind, liest sich exemplarisch aus den letzten vier Zeilen dieses grossen Gedichts:
God appears, and God is light,
To those poor souls who dwell in night;
But does a human form display
To those who dwell in realms of day.
Raiding The 20th Century
Posted by dominique | Datum: alt
Wer Solid Steel noch nicht kennt, hat eine der interessantesten, umfassendsten DJ-Set Ansammlungen of all time verpasst. Das mag noch verzeihlich sein. In dieser Woche (31.01.05 - 07.02.05) gibt es jedoch nicht nur ein, wie üblich geniales Set mit resident DJ Strictly Kev, in dieser Woche präsentiert er sein Magnum Opus "Raiding the 20th Century". Das sind nicht nur, wenn man das Set von Gast Laurent Garnier hinzuzählt, volle 2 Stunden intelligent gemixter Songs; hier werden, musikalisch-theoretisch, unter dem Primat der Tanzfläche, die Möglichkeiten von Musik überhaupt ausgelotet. Wer wissen will, was HipHop heute sein kann, kommt um dieses Set nicht herum.
Update: www.djfood.org hat Informationen, Tracklisting und die Möglichkeit zum herunterladen als MP3. Thank your DJ.
Habermas und die Religion
Posted by dominique | Datum: alt
Das sind deutliche Worte:
Die weltanschauliche Neutralität der Staatsgewalt, die gleiche ethische Freiheiten für jeden Bürger garantiert, ist unvereinbar mit der politischen Verallgemeinerung einer säkularistischen Weltsicht. Säkularisierte Bürger dürfen, soweit sie in ihrer Rolle als Staatsbürger auftreten, weder religiösen Weltbildern grundsätzlich ein Wahrheitspotential absprechen, noch den gläubigen Mitbürgern das Recht bestreiten, in religiöser Sprache Beiträge zu öffentlichen Diskussionen zu machen. Eine liberale politische Kultur kann sogar von den säkularisierten Bürgern erwarten, dass sie sich an Anstrengungen beteiligen, relevante Beiträge aus der religiösen in eine öffentlich zugängliche Sprache zu übersetzen. [Quelle]
Immerhin, Habermas konzediert die Notwendigkeit der Übersetzung religiöser "Beiträge". Das bleibt angenehm vage und lässt die religiösen Eiferer im Boot. Meine Vorstellung eines gesellschaftlichen Diskurses ist allerdings eine andere: meint man es ernst mit einem gesellschaftlichen Diskussionsbeitrag, so sollte man anschlussfähig argumentieren. Ein religiöser Beitrag ist religiös, da er mit Blick auf die spezifische Dogmengeschichte seiner jeweiligen Religion argumentiert. Eine derartige a priori Argumentation ist prinzipiell nicht anschlussfähig (z.B. an anders-religiöse, atheistische oder naturwissenschaftliche Diskurse), was den religiösen Bürger selbstverständlich nicht an der gesellschaftlichen Partizipation hindern muss. Es ist aber ebenso selbstverständlich, dass ein Beitrag umso mehr gesamtgesellschaftliche Relevanz besitzt, je weniger unübersetzbare a priori Dogmen er bemüht.
Update: Was a priori Dogmen bedeuten lässt sich wunderbar an dem Fall Gerd Lüdemann, Professor für Neues Testament an der Universität Göttingen beobachten.
Update2: Im Rahmen der Programmreihe Beyond Belief sendete die BBC eine interessante Debatte zum Thema Säkularismus als neuem Fundamentalismus durch den Äther: [realmedia]
Kinderzimmer Productions zum Zehnten
Posted by dominique | Datum: alt
Der halb Drachen halb Drachentöter Textor hat mit Glöckner Quasi Modo wieder zugeschlagen: Kinderzimmer Productions - Irgendjemand muss doch hat nicht nur grossartige Beats und genialisch verschwurbelte Lines, es ist auch zum ersten Mal komplett online zu erwerben: Onlineshop. Und im Gegensatz zu DRM-verseuchten Krüppelformaten gibt es das komplette Album für schlappe EUR 9,99 als mit 256 kbit kodierte, sauber mit Tags versehene MP3s. Das nennt man dann wohl alles richtig gemacht.
Nebelkerzen statt Perspektiven
Posted by dominique | Datum: alt
Perspektive Deutschland ist die grösste Onlineumfrage Deutschlands, eine Kooperation einflussreicher gesellschaftlicher "Player" wie McKinsey, Stern, AOL und ZDF unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident a.D. Richard von Weizäcker. Während frührere Umfragen noch aus durchaus qualitativ hochwertigen Frageclustern bestanden, scheint sich mittlerweile eine Sicht auf die Wirtschaft durchgesetzt zu haben, die noch den dümmsten McKinseyrülpser als Weisheit verkaufen kann. Entweder-oder "Modellannahmen", die Prosperität, Entwicklungsfähigkeit und Dynamik der Bevölkerung in direkte Korrelation zur sozialen Ungleichheit setzen, gehen in eindrucksvollerweise an allem vorbei, was eine wirtschaftliche Perspektive für postindustrielle Gesellschaften sein könnte.
Wie will unsere Gesellschaft mit einer absehbaren Stammarbeitslosigkeit von um die 7-14% umgehen? Wie die fatale Entwicklung der Ausgrenzung und damit einhergehend die Radikalisierung ganzer Bevölkerungsgruppen aufbrechen? Welchen Wert wollen wir Menschen zugestehen, die wirtschaftlich nicht (mehr) verwertbar sind? Eine Dichotomie "Staat" vs. "Wirtschaft" ist hier als Holzschnitt so falsch wie fatal. Die Forderung nach einer weitgehenden sozialen Ungleichheit als gesellschaftlich sinnvolle Reform zu verkaufen ist ein durchsichtiges Manöver: anstatt bei den Regeln des Marktes die Schrauben zu drehen (Stichworte: Markteintrittshürden, "informelle Netzwerke" als reale Oligarchien, Klassendenken bei Banken, der Zusammenhang von Arbeitszeit, Lohnentwicklung und verfügbaren Arbeitsplätzen) will man sich aus seiner gesellschaftlichen Verantwortung stehlen.
Jim die Krähe
Posted by dominique | Datum: alt
Der Ausdruck "Jim Crow" steht in den U.S.A. für die Geschichte der Rassendiskriminierung. Jim Crow ist das Stereotyp eines tanzenden, singenden und leicht schwachsinnigen Schwarzen, ein beliebtes Thema im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Webseite jimcrowhistory.org zeigt einem nur zu deutlich, wie gerade der Weg von Inferiositätsannahmen zu realem rassistischem Terror und legalisierter Entrechtung sein kann. Für mich auch gerade aufgrund eines kleinen Essays zur Geschichte der geographischen Anthropologie (pdf), dass ich im Rahmen eines Seminars an der Uni geschrieben habe, eine interessante Lektüre: ist die Geschichte der frühen Anthropologie doch eng verwoben mit dem, was ursprünglich "Rassenkunde" war und in grossen Teilen letztlich die - vermeintlich wissenschaftliche - Rechtfertigung rassistischer Entmenschlichung wie auch esoterisch-völkischer Apotheose darstellte.
Kopftücher und Freiheit
Posted by dominique | Datum: alt
Der Kopftuchstreit war mir längere Zeit zwar bewusst, wirklich damit auseinandergesetzt habe ich mich aber erst, nachdem ich kürzlich ein Interview mit Seyran Ates gesehen habe (Phoenix? 3Sat?). Frau Ates sagt was sie denkt: "Wer Berlin-Kreuzberg Klein-Istanbul nennt, beleidigt die moderne Grossstadt Istanbul. In Istanbul gibt es alles, ein schillerndes Nebeneinander von Mittelalter bis Hochmoderne. In Kreuzberg gibt es nur Mittelalter." Diese unglaublich interessante Frau würde, wenn sie könnte, nicht nur Lehrerinnen das mittelalterliche Kopftuch verbieten, sondern auch Schülerinnen. Als Befürworter des Kruzifix Urteils des BVerfG bleibt mir nur übrig, Frau Ates zu applaudieren und Ihre Biographie ganz oben auf meine Liste-zu-lesender-Bücher(tm) zu stellen.
Spanien 2004
Posted by dominique | Datum: alt
Urlaubsbilder! Ende März 2004 starteten Christoph und ich einen zweiwöchigen Urlaub in Spanien. Erst ging es nach Valencia, da wir dort kostenlos übernachten konnten (danke David!), dann mit dem Zug nach Granada. Neben den verrückten Fallas ist in Valencia die "Stadt der Künste und der Wissenschaften" des berüchtigten Architekten Santiago Calatrava ein beeindruckender Anblick. Im trockengelegten Bett des Flusses Turia gelegen wirkt die Anlage unwirklich, wie aus einer Science Fiction Vision der 60er Jahre: [La Ciudad de las Artes y las Ciencias]
In Granada haben wir natürlich die beeindruckende Alhambra Festung besucht. An Photos dieses geschichtsträchtigen Orts dürfte zwar kein grosser Mangel herrschen, nevertheless, hier sind meine: [Alhambra].
Unendliche Mongolei
Posted by dominique | Datum: alt
Geographie müsste man studieren. Ein paar befreundete Zweibeiner hatten letzten Sommer das Glück mit einer Exkursion der Uni (Mainz) durch die mongolische Steppe zu reisen. Wieder zurück hatten sie viel zu erzählen (Wer wann wie laut im Kleinbus furzte, wie gut Tütensuppen in der Steppe schmecken, wie man im Freien so kackt), das erste Betrachten der mitgebrachten Photos war dann allerdings auch für die abgebrühten Geographen überraschend.
So weitläufig wie auf den Photos zu sehen hatten sie die Mongolei gar nicht in Erinnerung. O-Ton: "Das war dann irgendwann zuviel: man sieht aus dem Fenster, sieht eine Ebene, ferne Berge dahinter, einen Regenbogen und an einem blitzblauweissen Himmel kreisen Adler. Einfach zuviel." :)
Update: Mongolischer Obertongesang meets Bulgarischer Frauenchor: Angelite & Huun-Huur-Tu, Lonely Bird [mp3] passt wunderbar zu den Bildern. Mit freundlicher Genehmigung von JARO Medien GmbH, die in Deutschland die CD "Fly, Fly My Sadness" verkaufen.
Abgründige Diskussionen
Posted by dominique | Datum: alt
Der sogenannte Reality Club ("reality is an agreement") veröffentlicht unter edge.org regelmässig sehr lesenswertes Zeug. Jaron Lanier, bekannt durch sein "halbes Manifest", erzeugte durch ein Paper, das etwas verworren für eine Softwarearchitektur argumentiert, die pattern matching nicht nur zur Problemerfassung nutzt, sondern zum Architekturprinzip erhöht, produktive Unruhe. Unter anderem kommentieren: Dylan Evans, Daniel C. Dennett, Steve Grand, Nicholas Humphrey, Clifford Pickover, Marvin Minsky, wieder Lanier, George Dyson, Steven R. Quartz, Lee Smolin, Charles Simonyi, John Smart...
Meiner Ansicht nach übertreibt Lanier die ontologischen Implikationen seiner Spekulation, trotzdem sind seine Überlegungen zu Softwareparadigmen lesenswert.
Update: Lesenswert: The New Humanists, darin besonders die Essays von Jared Diamond, Helena Cronin, Daniel Dennett und Stephen M. Kosslyn, wobei mir der Kommentar von Lee Smolin dann doch am deutlichsten im Gedächtnis blieb. Ein wunderbarer Schleifstein für eigene Vorstellungen, dieses Buch.

Mausschubsen
Posted by dominique | Datum: alt
MAcc implementiert, wonach ich unter meinem OS lange gesucht habe: eine exponentielle Beschleunigung der Mausbewegungen. MAcc piped den (konfigurierbar) beschleunigten Output in eine FiFo, die von entsprechend konfigurierten Applikationen wie z.B. dem X Server als Mausdevice genutzt werden kann.
Update: Habe ein primitives debian Paket daraus gebastelt: macc_2.0.1-1_i386.deb. Installation (auf einem i386 kompatiblen System):

dpkg -i macc_2.0.1-1_i386.deb
mkfifo /dev/mausbeschleunigt
macc -i $MOUSEDEVICE -T $PROTOKOLL -o /dev/mausbeschleunigt
Bei Problemen man macc oder eine eMail schreiben.

Freiheit
Posted by dominique | Datum: alt
"Liberale" im aktuellen Brutalisierungskurs der drittgrössten Ökonomie sprechen gern und häufig von Freiheit (z.B. BrandEins). So im Unbestimmten emotional die Totenglocken des Sozialstaats zu läuten, ohne zu sagen, ohne zu zeigen, mit dem Finger auf die zu zeigen, die es nicht schaffen können sollen, ohne anzusprechen, dass die Ökonomisierung von Lebensrisiken Menschen in die Lage versetzt, den medizinisch sinnvollen (Soll-)Eingriff nicht mehr bezahlen zu können, die Altersvorsorge zu verlieren und ein Leben in kafkaesken Reisen durch Minijobs zu führen, halte ich für unehrlich. Ein erfreulich aufmerksamer Artikel von Thomas Assheuer in der ZEIT 52/2003 legt den Finger in die Wunde dieser Freiheit.
I'm a failure, sagt der Amerikaner.- And that is that.

göttlich
Posted by dominique | Datum: alt
Die Rede von Martin Hohmann ist lesenswert. Wirklich. Man findet hier wunderbar kondensiert genau die Denkmuster, deren letztliche Exekution wohl nicht immer Hitler, immer aber Menschenverachtung etabliert. Eine beeindruckende Fahrt durch ein antisemitisch angefaultes nationalkonservatives Gehirn der besonders gottesfürchtigen Sorte:
Ausländer STOP "Sozialschmarotzer" STOP "Gerechtigkeit als Deutscher in Deutschland" STOP Böser Hitler, aber STOP "Mutzerstörung im nationalen Bewusstsein" STOP böse Instrumentalisierung der NS Zeit STOP Juden als Tätervolk STOP Henry Fords "The International Jew" STOP Hitler als Antwort auf Gottlosigkeit STOP "Mit Gott in eine gute Zukunft besonders für unser deutsches Vaterland".
Update: Prantel über Hohmann
Update2: Panorama brachte einen Beitrag zu Hohmann [pdf].
Update3: Artikel im Leserforum von Telepolis
Sane Israel
Posted by dominique | Datum: alt
Laut einer Umfrage setzen 59 % der Bürger Europas Israel an die Spitze einer Liste von Ländern, die eine Gefahr für den Weltfrieden darstellen [Quelle]. Mein erster Reflex bei allen Meldungen zu Israel/Palestina ist ein Klick auf ha'aretz, der liberalen Zeitung aus Tel Aviv, und, siehe da, auch zu diesem Thema gibt es einen (insightful +1) Artikel von Adar Primor.
Update: Text des Artikels, selbiger ist unter o.g. URI nicht mehr online.

Drop Down Link
Posted by dominique | Datum: alt

gefunden auf knu.st. Source für einfaches Copy&Paste.
Herbst des Netzes
Posted by dominique | Datum: alt
John Walker, Netznutzer erster Generation, Programmierlegende und ehemaliger Chief Engineering Officer von Autodesk Inc. schreibt sich in Digital Imprimatur die Befürchtungen um die Zukunft des Netzes von der Hackerseele. Bereits existierende und zukünftig realisierbare Grundlagentechnologien wie Trusted Computing, Digitales Rechtemanagement oder Möglichkeiten zur Identifizierbarkeit im Netz werden hier nicht nur einzeln im Rahmen Ihrer Chancen und Risiken ergebnisoffen diskutiert, sie werden auch in den größeren Zusammenhang der Zukunft der vernetzten Realitäten gesetzt. Sehr intelligenter, weitsichtiger Text, lohnt ganz gelesen zu werden. [Quelle: debate@fitug.de]
Update: telepolis hat in mehreren Teilen (nicht gekürzt:) eine deutsche Übersetzung des Textes publiziert.
Global Internet,
Once a spring of liberty,
Autumn chill so near.
Vierteljahrhundert
Posted by dominique | Datum: alt
me, Me, ME: Heute (02.10.2003) vor genau 25 Jahren, kurz vor 8h, bin ich in Saarbrücken auf die Welt gekommen. Happy Birthday myself! Für Glückwünsche einfach mailen oder eintragen. Ich LIEBE Glückwünsche an mich selbst. :)
Spass mit Motorik
Posted by dominique | Datum: alt
  1. Malen Sie mit Ihrem rechten Fuß im Uhrzeigersinn Kreise auf den Boden
  2. Schreiben Sie gleichzeitig mit Ihrer rechten Hand eine 6 in die Luft
  3. Ihr Fuß wird die Richtung ändern.
Fremdartiges Leben im Netz
Posted by dominique | Datum: alt
Aufgeregte Meldungen über Viren und Würmer im Internet haben seit den letzten grossen Epidemien wieder Konjunktur, Sobig.F und MS Blast sei Dank. Interessiert man sich näher für die Hintergründe dieser einzigartigen Phänomene, so ist die extensive Analyse von Mark W. Eichin und Jon A. Rochlis über den ersten bekannt gewordenen Virus/Wurm ein Muss. Die Chronologie der Ereignisse um den von Robert Morris im November 1988 "entlassenen" Virus/Wurm sind ein eindrucksvolles Zeugnis der Fremdartigkeit, die den Systemadministratoren beim Betrachten der bis dato unbekannten, selbsttätigen Replikation des Codes entgegengeweht haben muss.
"This really feels like the movie Aliens. So where is Sigourney Weaver?" (Jon Rochlis)
Update: worm.net hat den Sourcecode, Mirror.
Die Gedanken sind frei patentiert!
Posted by dominique | Datum: alt
Bei der Unterschriftenaktion gegen Softwarepatente kamen über 175.000 Unterschriften, größtenteils von Programmierern, zustande. Voraussichtlich am 01.09.2003 fällt nun die Entscheidung über die Zulässigkeit von Patenten auf Ideen und logische Zusammenhänge. Ideen könnten bei einer Implementierung dieser Vorschrift, unabhängig vom Copyright, d.h. unabhängig von ihrer konkreten Realisierung, geschützt sein und dürften nicht mehr ohne Lizenz verwendet werden. Man müsste also z.B. Lizenzen für bestimmte mathematische Modelle oder Programmiertechniken bezahlen, auch wenn man sie komplett selbst entwickelt hat. Weitere Informationen, kleine Demonstration. Sehr eindrucksvoll sind auch die Beispielpatente, die das EPO (European Patent Office) bereits gewährt hat.
Update: Der Antrag im Europäischen Parlament. Man beachte die Änderungsanträge...anscheinend ist man sich der Situation teilweise bewusst, fällt jedoch trotzdem auf die Lobbyarbeit der großen Softwareunternehmen herein, die dreist behaupten, der Urheberschutz reiche nicht aus.
Update2: Die Entscheidung wurde im letzten Moment vertagt, da der Antragstext zurückgezogen wurde. Laut GNU Mailingliste fsfe-uk geschieht dies, wenn der Antragstext sehr kontrovers ist. Heise hat die Story ebenfalls.
Update3: Die Grünen im Europäischen Parlament befassen sich mit dem Thema auf eigenen Projektseiten.
Update4: Während das Europäische Parlament in einer Sternstunde europäischer Demokratie für umfangreiche Änderungen an dem ursprünglichen Text gestimmt hat, will ein angeblicher Kompromissvorschlag des Rates den konfrontativen Showdown mit dem Parlament: sämtliche vom Parlament beschlossenen Änderungen werden für nichtig erklärt, die unbegrenzte Patentierbarkeit gefordert, formale Patentbeschreibungen unter Strafe gestellt. EU Parlamentarier, Forscher, Programmierer, Firmen wehren sich gegen diesen präzedenzlos undemokratischen Akt in einem Appell
Gottlose Philosophie
Posted by dominique | Datum: alt
Arthur Schopenhauer, der wortgewaltige Pessimist, und Friedrich Nietzsche, der bilderreiche Lebensbejaher - ich kenne keine Philosophen, die sich gegenseitig derart bedingen, und die sich dennoch so heftig unterscheiden. In einer 1998 im Nietzschehaus in Sils Maria von Rüdiger Safranski gehaltenen Rede über Schopenhauer und Nietzsche bekommt man einen schönen ersten Einblick in die Philosophie dieser, die Transzendenz suchenden Atheisten.
Pfalzpanorama
Posted by dominique | Datum: alt
Das Dahner Felsenland liegt in einem der grössten zusammenhängenden Waldgebiete Europas, nicht weit vom Rhein-Main Moloch. Dort bin ich seit meiner Jugend häufig mit meinen Eltern durch den lichtdurchfluteten Wald gewandert und habe mich an Ameisenhaufen gefreut, die grösser waren als ich, oder an dem Moos, dass den gesamten Waldboden wie ein Kleid bedeckt. Das grösste war und ist jedoch, im Sommer auf einen der Sandsteinfelsen zu klettern, den warmen, roten Fels unter sich zu spüren und die Aussicht auf unzählbare Baumwipfel zu geniessen. Zwei Panoramabilder aus der Digicam meines Vaters fangen diese Atmosphäre auf unnachahmliche Art ein.
Update: ZoomifyEZ erlaubt es auch der kleinen Bandbreite, die ziemlich großen Bilder anzusehen: Panorama1, Panorama2.
Caligari
Posted by dominique | Datum: alt
Die Caligari Filmbühne in Wiesbaden ist eins der schönsten Programmkinos in Deutschland, ich habe das Vergnügen, dort jeden Mittwoch zu arbeiten. Aus Zeitvertreib bastele ich eine kleine Seite zu diesem Kino, deren Beta-Version Ihr unter test.caligari.de finden könnt. Anmerkungen sind sehr willkommen!
Update: Fürs Protokoll: die Seite ist unter www.caligari.de erreichbar und ich bin in Zukunft Montags und Mittwochs der Verantwortliche für verpatzte Überblendungen, Filmrisse und Tonausfälle...yay!
Klimawandel
Posted by dominique | Datum: alt
Im Rahmen einer Studium Generale Vorlesung der Uni Mainz im Wintersemester 2001/02 hatte ich das Vergnügen Stefan Rahmstorf, einen der gefragtesten deutschen Klimaforscher, live zu erleben. Er sprach über sogenannte "low probability/high impact" Szenarien aktueller Klimamodelle, die sich mit möglichen, wenn auch unwahrscheinlichen, extremen Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels auseinandersetzen, so z.B. einem "Abreissen" des Golfstromes. Die Artikel, die er über seine Webseite abrufbar macht, sind sehr erfrischende Anmerkungen zu Kritikern der Auffassung vom menschlichen Einfluss auf die rezenten Veränderungen des Weltklimas, so z.B. "Flotte Kurven, Dünne Daten", der in der ZEIT vom 05.09.2002 erschien, oder Klimawandel - Rote Karte für die Leugner [pdf], der im Januar 2003 in der Bild der Wissenschaft erschien.
Realitätsflucht
Posted by dominique | Datum: alt
Wer sich noch wie ich an Titel wie Zack McCracken, Larry's Leisure Suit oder die weltberühmte Monkey Island Reihe erinnert, der muss den heutigen Spielemarkt ein wenig mit Wehmut betrachten. Adventures, mit die älteste Form des PC Spiels, sind eine aussterbende Art. Die Kunst, eine Geschichte so zu erzählen, dass man tagelang zähnekauend vor dem Bildschirm verbrachte, nur um nachts die Lösung zu träumen, ist im Zeitalter der Instant-Lösung jedes Rätsels durch das Netz nicht mehr sonderlich gut verkäuflich. Umso erstaunlicher, dass es micro�ds dennoch gewagt hat, ein Adventure opulent zu produzieren: [SYBERIA].
Update: Eins der bekanntesten, klassischen Adventures der Point & Click Ära war das düstere Science Fiction Märchen Beneath A Steel Sky. Seit August 2003 ist Beneath A Steel Sky Freeware, spielbar unter XP, MacOS, Linux und Amiga über die Engine von scummvm.org. Installation unter Debian: apt-get install beneath-a-steel-sky
Stimme aus Baghdad
Posted by dominique | Datum: alt
Live-news, breaking news, in-depth-coverage, all the facts - wer wie ich die Fernsehberichterstattung über den Krieg im Irak satt hat, dem empfehle ich einmal Where is Raed?, den Weblog von "Salam Pax" zu studieren. Er schreibt direkt aus Baghdad, noch funktioniert sein Netzzugang (20.03.03) ... obwohl die Bomben bereits fallen.
Update: Google aka Blogspot hat einen Mirror aufgesetzt.
Update2: Doc Searls, ein bekannter Blogger, betrachtet die Reaktion verschiedener Irakischer Weblogs auf das Fallujah Gemetzel.
your daily dose of rap
Posted by dominique | Datum: alt
raptivism. Zion I, Akbar, Shabaam Sahdeeq, Tahir, der HipHop-Aktivist Danny Hoch und mehr - bei uns ziemlich unbekannte Namen, aber wenn es einen HipHop Gott geben sollte, raptivism wäre seine Kirche. Geniales Label.
Evilfinder
Posted by dominique | Datum: alt
Nicht nur die Bibel kennt Zahlenmagie, auch andere Religionen haben Ihre heiligen und teuflischen Nummern, Kombinationen und Zusammenhänge, die Anlass zu allerlei Aberglaube sind. Mit einem Script von Michael Zalewski, dem evilfinder, können Sie dem Bösen in Ihrer Umgebung nun ein Schnippchen schlagen: nie war es leichter, jemanden zu überf�hren, egal ob Kreuzritter, Papst oder Heiliger. Hell awaits!
reel evil
Posted by dominique | Datum: alt
Sind Sie zur Zeit gerade zufällig in North Carolina, haben ein paar Tage Zeit - und interessieren sich für Filme? Dann sind Sie goldrichtig zur reel evil Filmserie des Centers for the Studies of Muslim Networks der Duke University. In dieser "Achse des Bösen" Filmserie werden ausschliesslich Filme aus dem Irak, Lybien, Nord Korea, Kuba, Syrien und dem Iran vorgestellt, mit der abschliessenden vorführung des - laut Webseite - in den USA verbotenen Films "11/09/01 - September 11" des Franzosen Alain Brigand (der im Übrigen am Sonntag den 09.03.2003 in der Caligari Filmbühne gezeigt wird). Ariel Dorfmann, Autor (der Tod und das Mädchen) und Professor für Literatur an besagter Universität, richtete einen Aufruf an "alle, die an kulturellen Dialog glauben - und insbesondere diejenigen, die es nicht tun - zu kommen und sich auf die Kunstwerke genau der Orte einzulassen, die nach der Meinung einiger Amerikaner einfach weggebombt gehören." (Quelle: BBC)
Update: Der Film "11/09/01 - September 11" ist nicht verboten, er hat "nur" keinen Verleiher gefunden (Artikel in der New York Times, Registrierung notwendig)
Ihren Pass bitte.
Posted by dominique | Datum: alt
Wie man einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission entnehmen kann ist Microsofts Passport System in Europa in der Diskussion. Die dafür zuständige Arbeitsgruppe ist zwar im Titel ein Musterbeispiel für Bürokratensprech ("Gruppe für den Schutz von Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten"), hat aber eine sinnvolle Aufgabe: sogenannte Arbeitsdokumente - Beta-Gesetze - zu entwerfen und zu diskutieren. Dass man mit dem von SUN Microsystems initiierten Project Liberty nun eine Alternative zum Monopolisten Microsoft hat ist zwar schön und gut,- allein mir fehlt der Glaube, dass digitalisierte Krankenakten, bevorzugte Onlineshops und sexuelle Vorlieben in einer Datenbank eine so sinnvolle Idee darstellen. Egal wer diese nun führt.
[Arbeitspapier zu Online-Authentifizierungsdiensten] (pdf)
Sane America
Posted by dominique | Datum: alt
Die Demonstrationen gegen einen Krieg im Iraq vom 15.02.2003, praktisch in jedem Land der Welt, waren ein großes, buntes und eindeutiges Zeichen von Bürgern gegen eine Politik, die in menschenverachtender Weise ihre selektive Pseudomoral vorschiebt, um ihre Macht zu sichern. Das es bei dem Krieg gegen den Irak nicht ausschliesslich um Öl geht ist klar - und nicht neu. Es geht vielmehr um die Durchsetzung einer spezifischen manichäischen Sichtweise, die die Welt in Gut und Böse, Freund und Feind sezieren will, Gewalt als Katharsis begrüsst und damit doch nur durch Völker schneidet, Menschen zerreisst, Dialog und Annäherung vernichtet. Amerika, Land der Freiheit? Wer, blind für Zusammenhänge, so unterschiedliche Länder wie den Iran und den Irak auf eine Stufe (Achse des Bösen) setzt und somit jede Wendung hin zum Besseren, wie sie sich z.B. im Iran abzeichnete, als irrelevant kennzeichnet, der vertritt nicht Freiheit, sondern willkürlichen "Für-uns-oder-gegen-uns" Imperialismus. Wo ist das Amerika, auf dessen weise, witzige und scharfe Stimme sich das blutige Europa mehr als einmal verlassen konnte? Wo das liberale Amerika, dessen Eintreten für Menschenrechte die Welt bestimmte wie kein anderes Land in der neueren Geschichte? Ein Blick in Amerikas älteste Wochenzeitung [The Nation] hilft einem zu verstehen, dass Amerika mehr ist, als George W. Bush, FOX News und CNN. Dass Amerika seinen Traum der Freiheit nicht verkaufen wird, nur weil es momentan von einer militaristischen Junta unter medialem Sperrfeuer regiert wird. Dass wir Amerika lieben können, ohne Bush zu folgen.
Know your enemy
Posted by dominique | Datum: alt
Google muss man heute niemandem mehr zeigen, jede Nutzerin des Netzes kennt die mit Abstand beste Suchmaschine. Was manchen jedoch nicht klar ist: Google hat länderspezifische Filter installiert. So sind z.B. in Deutschland (google.de) und Frankreich (google.fr) einige Seiten (meist rassistischen, revisionistischen oder nationalsozialisischen Inhalts) nicht im Index aufgenommen. Man findet sie einfach nicht. Der diesen Idioten damit verliehene Märtyrerstatus steht in keinem Verhältnis zu deren Gefährlichkeit...im Gegenteil, so werden sie erst interessant. Know your enemy? Well, then face your enemy. So zu tun als gäbe es derlei Ansichten nicht ist simple Volksverdummung, die nicht funktioniert. Im Übrigen sind die Seiten meist die beste Antiwerbung die man sich so vorstellen kann...wer Nazi-Lauck einmal in Hitlerpose (authentisch mit Bart!) unter einem Hakenkreuz hat sitzen sehen, der wird sich eines Kopfschüttelns wohl kaum erwehren können.
Religion und Werte
Posted by dominique | Datum: alt
In der ZEIT vom 30.01.2003 wurde ein Gespräch mit dem Präsidenten des EU-Konvents Valery Giscard d'Estaing abgedruckt, in dem er u.a. seinen Wunsch äusserte, in einer hoffentlich bald entstehenden Verfassung Europas keinen Bezug auf Gott zu formulieren. Ein mutiger, genuin französisch-laizistischer Gedanke aus der besten Tradition der Grande Nation...und wohl doch, angesichts der allerorten polternden Kirchenfürsten, nur ein frommer Wunsch. Denn dass eine säkulare Nation, besser noch: ein säkulares Europa keinen Gottbezug in seinem Selbstverständis braucht, ja dass dieser schädlich ist, glauben noch immer zu Wenige. Noch immer ist die wohlfeile Meinung vieler (meist nichtpraktizierender) Christen, dass ein Europa ohne Gott ein Europa ohne Werte ist. Das Märchen von der Bedeutung christlicher Wertevermittlung ist eine wunderbare Polemik von Ursula Neumann, die die Inkonsistenz dieses Aberglaubens beleuchtet.
Update: Der Diskussionsentwurf zur Europäischen Verfassung ist nun verfügbar. Version auf dem eu.int Server | lokaler Mirror (pdf)
di grine kuzine
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di grine kuzine ist genial. Eine wilde Mischung aus Klezmer, Balkanfolklore und Brass, gespielt mit einer durchgehenden Lebensfreude die einfach mitreisst. Mein Tip für den kommenden Frühling: kaufen und wohlfühlen! Hörbeispiel: [Esik Esö]
Stupid White War
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Michael Moore ist ein wahrer amerikanischer Patriot. Sein vielfach gepriesener Film 'Bowling For Columbine' (als Dokumentarfilm zwischenzeitlich in den Top10 der deutschen Kinocharts!) ist ein bissig-hintergründiges Hinschauen auf uramerikanische Befindlichkeiten, das nicht nur witzige, sondern - gerade nach 9-11 - befreiende Wirkung hat. Was eher unbekannt ist: er hat auch einen Bestseller geschrieben, Stupid White Men, eine herrlich wütend-witzige Abrechnung mit dem Amerika der konservativen Republikaner unter George W. Bush. Eine Stelle in dem Buch hat mich besonders beeindruckt: Moore spricht von der Einfachheit, mit der Bush nach 9-11 Freiheitsrechte einschränken konnte, liberale Grundsteine wegfegte, aufrief zum sinnlosen Waffengang in Afghanistan und erinnert an Orwells Buch 1984.
Die erste Metapher, die einem bei diesem Buch einfällt, ist sicherlich die des "Big Brother",- doch Moore hat eine andere Idee im Kopf. Um die Bürger ständig unter Kontrolle zu halten braucht "Big Brother" nämlich vor allem eines: den "permanent war". Unter der Furcht vor einem diffusen Feind kann sich das Machtregieme in aller Ruhe entfalten und die Bürger entmündigen, ihnen "aus Sicherheitsgründen" alle Rechte nehmen und zum symbolischen, nie endenden Feldzug gegen das "Böse" mobilisieren. Möge die geneigte Leserin für sich selbst entscheiden, wo hier der "war on terror" ins Bild passt.
Update: Phillip G. Zimbardo, Professor für Psychologie an der Stanford Universität, formuliert sehr interessante Anmerkungen zu den Terror-Alarm Warnungen der Bush Administration [pdf-datei].
Update2: Nobody's perfect. Warum Michael Moores 'Placing Blame. A General Theory of Criminal Law' ein reaktionäres und kein progressives Buch ist, erklärt Thomas C. Clark in seinem Artikel Against Retribution.
Radikale Affirmation
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Norbert Bolz, Professor für Kommunikationstheorie am Institut für Kunst- und Designwissenschaften der Universität Essen, geistert seit längerem als Enfant Terrible der Philosophie durch die bundesdeutsche Medienlandschaft. Seine Thesen, allesamt in einem gefällig-neokonservativen Spannungsfeld von Dekonstruktion und Predigertum geerdet, finden in (Medien-) Diskursen, die nichts so sehr fürchten wie die vermeintliche Langeweile argumentativer Diskussion einen fruchtbaren Nährboden. Bolz, der in dem von ihm postulierten Ende der Philosophie eine Chance zum Ausbruch der durch humanistische Zwangsvorstellungen gepeinigten Kreatur sieht, hat nun ein weiteres, weitläufig rezensiertes Buch geschrieben: Das konsumistische Manifest (Rezension von Leander Scholz im Deutschlandfunk). Es ist der neuerliche Versuch, die radikale Affirmation jeder gesellschaftlichen Massenentwicklung zu fördern und den von ihm so verachteten "Konformisten des Andersseins" (ein im Übrigen sprachlich nur als misslungen zu bezeichnendes Werk voller Wiederholungen) die analytische Gesellschafts- und Ideologiekritik auszutreiben. So seltsam es klingen mag: Die Beschäftigung mit Bolz ist lehrreich, wenn nicht gar vonnöten: in seinem Denken kristalliert sich das Konglomerat einer Antihumanismusdenke, der in weiten Teilen unserer Gesellschaft wohlwollender Respekt gezollt wird.
Update: Information Philosophie, eine Zeitschrift für philosophische Debatten, hat ein Streitgespräch zwischen Norbert Bolz und Julian Nida-Rümelin abgedruckt. Lesenswert, wenn auch zu kurz.
BrandEins
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Wirtschaftsmagazine sind für viele Menschen nicht exakt das, was sie sich mit Freuden durchlesen. Zurecht: meist als knöchrige Lobbyverlautbarungsorgane konzipiert sind sie nicht bereit oder in der Lage, der Leserin Räume zum Denken zu offenbaren, Platz und Forum für Neues und Interessantes zu bieten. BrandEins geht einen explizit anderen Weg: Vom preisgekrönten Layout über die Texte hin zum Selbstverständnis verfolgen Gabriele Fischer und Ihre Redaktion einen erfrischend mutigen Ansatz hin zu mehr Spaß am wirtschaften. Online zu lesen, offline noch viel schöner.
Europa und die Daten
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Die europäischen Datenschutzbeauftragten haben in einem Statement gravierende Bedenken gegenüber Plänen der Regierungen der Mitgliedsländer geäussert, in denen Telekommunikationsunternehmen die verbindliche Speicherung von allen telekommunikativen Datenbewegungen über mindestens ein Jahr vorgeschieben werden soll. Unter den Daten, die unabhängig von der Person oder einem Verdachtsfall gespeichert werden sollen, sind: Kataloge besuchter Webseiten, eMailempfänger, gewählte Telephonnummern sowie die Aufenthaltsorte von Handys (bzw. deren BesitzerInnen), decodierbar über die Accesspoints, in denen sich das Handy eingebucht hat. Bis auf Deutschland und Österreich scheinen alle EU Mitgliedsländer dem Vorhaben positiv gegenüber zu stehen. 9-11 Paranoia, ick hör Dir trappsen.
Public Library of Science
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Wissenschaftliche Veröffentlichungen sind in vielen Ländern der Welt ein rares Gut: die geringe Finanzkraft vieler Institute aus Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen lassen die Teilnahme am (nicht nur aktuellen) wissenschaftlichen Geschehen häufig an fehlenden Informationen scheitern, erschweren sie doch zumindest erheblich. Der freie Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen ist eine sinnvolle und unterstützenswerte Initiative, der sich federführend die PLoS - Public Library of Science verschrieben hat. Als Graswurzelbewegung gestartet wurde Ihr Offener Brief an die wissenschaftliche Gemeinde mittlerweile von über 30.000 InteressentInnen unterzeichnet, viele davon sogenannte Multiplikatoren an neuralgischen Punkten des wissenschaftlichen Betriebs. Ab dem ersten Quartal 2003 soll das Publizieren in eigenen Journalen beginnen. Man darf gespannt sein.
Update: Die Gordon and Betty Moore Foundation sponsort die PLoS mit 9 Millionen USD. [Mailannouncement] [Pressemitteilung]
Der Amerikanische Alptraum
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Das Wohlstand, Prosperität und Lebenserwartung wohl irgendwie etwas miteinander zu tun haben, werden wohl die Wenigsten bestreiten. Auf welche Weise jedoch interessierte konservative Kreise wie z.B. die Heritage Foundation in den Vereinigten Staaten dafür sorgen, dass ein Anstieg des BIP nicht zu einem allgemeinen Anstieg des Wohlstands führt, welche Konsequenzen die Anbiederung der politischen Klasse an die "really rich" so mit sich bringt und was das alles mit der durchschnittlichen Lebenserwartung zu tun hat, zeigt ein genialer Artikel von Paul Krugman, dessen politische Klugheit nicht zu hoch zu bewerten ist.
[Artikel in der ZEIT]    [Original des NYTimes Magazine kostenpflichtig]
Update: Der gute Krugmann hat dieses Jahr (2008) den Nobelpreis für Wirtschaft bekommen.. und seine Artikel in der NYT sind wieder kostenlos aufzufinden.
Eta Carinae
Posted by dominique | Datum: alt
Am Himmel gibt es einige Dinge, deren innere Vorgänge so gewaltig sind, dass sie einem Ehrfurcht einjagen. Eta Carinae ist in dieser Hinsicht, nun, absolut geeignet: Stellen Sie sich einen Stern vor, dessen Masse ca. 120-150 Sonnenmassen beträgt - damit ist er einer der größten bekannten Sterne. Er liegt im Eta Carinae Nebel, einer Region, in der sich neue Sterne bilden. Dieser Stern leidet an der eigenen Masse: Er ist so groß, dass er (zeitweilig) mit das hellste Objekt (im infraroten Bereich des Lichtspektrums) am Himmel war. War? Ja, denn Eta Carinae pulsiert. Ständig werden seine äusseren Schichten durch den gewaltigen inneren Strahlungsdruck in das All geschleudert, können der Gravitation jedoch nicht entkommen & fallen wieder auf den Stern zurück. Dieses gewalttätige Schauspiel wird, so berechnen Astronomen, noch ein paar 10.000 Jahre andauern, dann werden wir (naja, wir nicht mehr) Zeuge einer gewaltigen Über-Supernova. Die Bilder, die z.B. Hubble von diesem gewaltigen, sterbenden Stern zu uns schickt, sind von überwältigender Schönheit.
Prof. Dr. Lesch vom Lehrstuhl für theoretische Astrophysik der LMU, "Lehrer" in der Fernsehsendung Alpha Centauri hat Eta Carinae eine eigene Sendung gewidmet. [realmedia]
Rules made up by you
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Pennywise ist die größte Punkband des Planeten, die besten Texte, die schönsten Songs zum Pogen. Es gibt Lieder, die vertreiben auch noch die schlechteste Laune, noch die drückendste Depression: Bro Hymn ist in dieser Hinsicht legendär. (Live in Holland Version)
Punk in Reinform ist auch das Video zu Bro Hymn, aufgenommen in San Diego: [realmedia]  [microsoft-media] Love it :)
Heimat - Eine Liebeserklärung
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Manchmal wundere ich mich über Menschen, denen schon bei der blossen Erwähnung des Wortes "Heimat" der Kragen platzt - als gäbe es, dürfe es derlei Gefühl nicht geben. Als sei die Annahme einer Hingezogenheit zur Landschaft bereits der erste Schritt zum Faschismus. Wenn man sich allerdings manche Naziglatzengruppen ansieht, die "Doitsch-land! Doitsch-land!" grölend durch die Strassen ziehen ist das auch nicht verwunderlich...mit dieser Heimat will man nicht wirklich verbunden sein. Umso erhellender, wenn man sich Kurt Tucholskis Gedanken über die Heimat durchliest - 1929 geschrieben, in einer ungleich schwierigeren Zeit, sind sie Zeugnis eines Heimatgefühls, das kein Nazipack besudeln kann.
Kochen mit GNU/Linux
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GNU/Linux, da im besonderen debian als Distribution, hat es mir angetan. Ich kannte mich bis vor kurzem nur unter Windows Systemen aus, bis ich über einen Freund in diese, mir zunaechst doch sehr fremde Welt hineinstolperte. Ich bin mittlerweile sehr zufrieden mit dem, was mir dieses freie Betriebssystem bietet, gerade wenn ich an die anscheinend zunehmende Zugriffsgeilheit des Black-Box-Systems Windows denke. Doch man darf auch nicht verhehlen dass sich einem unter GNU/Linux gerade am Anfang einige Schwierigkeiten in den Weg stellen. Wer nicht bereit oder in der Lage ist, sich durch Dokumentationen durchzukaempfen, also primär erstmal auch zu lernen, der wird Windows über kurz oder lang den Vorzug geben. Ist das erste GNU/Linux einmal installiert, so beginnt der eigentliche Lernprozess. Meist liegt ein Hauptgrund des Frustes neuer LinuxerInnen in der simplen doch entscheidenden Frage: Wie mache ich mit GNU/Linux nun genau das, was ich machen will? Wie heisst der Befehl für X?
Michael Stutz hat mit dem genialen Linux Cookbook ein Handbuch geschrieben, dass auf humorvolle Art und Weise der neuen Nutzerin von GNU/Linux genau diese Fragen beantwortet.
Update: Michael Stutz hat die zweite Version des Linux Kochbuches geschrieben. Da diese nicht wie die erste Version unter Copyleft Lizenz vertrieben wird habe ich den Mirror der ersten Version gelöscht (Michael Stutz hat mich darum nicht gebeten, ich habe es ihm angeboten). Ihm zufolge verursachte häufige, nicht-lizenzgemässe Verwendung des Buches einigen Ärger.
Eine Zensur findet statt. Die Düsseldorfer Bezirksregierung vs. Informationsfreiheit
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In einer bislang nicht dagewesenen Dreistigkeit spielt sich die Düsseldorfer Bezirksregierung zu Herrscherin über die Informationsfreiheit der Buerger auf. In einer sogenannten "Sperrungsverfuegung" gegen verschiedene Internetprovider verlangt Juergen Büssow, derzeit Regierungspraesident von Duesseldorf, die Sperrung verschiedener Internetseiten (u.a. die beruechtigte rotten.com). In einer Unterschriftenkampagne versucht der Netzaktivist Odem möglichst viele Unterschriften zu sammeln, um gegen dieses rechtswidrige Verhalten vorzugehen. Informieren Sie sich!
Bundestagswahl 2002 - eine Anregung
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Die Schlammschlachten zur Bundestagswahl 2002 sind in vollem Gange, Figuren wie Möllemann, die sich ungeniert an den Fleischtöpfen des Ressentiments bedienen, sind die Echos eines Politikverständnisses, welches Macht als Selbstzweck über jede Vorstellung einer sonnigeren Zukunft stellt - was sich nicht zuletzt an den Austrittsdrohungen der intelligenteren Köpfe in der FDP zeigt. Diese Partei ist - obwohl ich mich politisch als Liberalen verstehe - nicht meine Partei. Ich weiss allerdings auch, dass meine Meinung, dass nämlich die Grünen die Partei der liberalen Wahl sind, total subjektiv ist. Dass es (auch gerade) in dieser Partei viele Strömungen gibt, die ich nicht gut heissen kann. Die ich nicht teile. Trotzdem hat mich beeindruckt, was ich im Wahlprogramm 2002 gefunden habe.
Mein Tip: Laden Sie sich's herunter (ist eine PDF Datei) & lesen Sie den Abschnitt 3.1 (z.B. ab Seite 48) "Bürgerrechte und Demokratie ausbauen". Darin habe ich gefunden, was mich zu einem grünen Kreuzchen treiben wird. Anmerkungen? gimme juice
Update: Ein Thread zu Parteiprogrammen, Open Source und Wählbarkeit auf de.org.ccc veranlasste mich die gruenen Positionen dazu aus dem Programm zu veröffentlichen...wer liest heute schon Parteiprogramme.
Update No.2: Hildegard Hamm-Brücher ist am 22.09.2002 (vor Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen) aus der FDP ausgetreten.
Hostsharing - Eine gute Idee
Posted by dominique | Datum: alt
GNU/Linux ist in aller Munde, die Idee freier Software, d.h. die Einsicht, dass viele Augen mehr entdecken als wenige, hat sich in weiten Teilen der Softwarewelt durchgesetzt. Diese Idee versucht die Hostsharing e.G. als Genossenschaft auf den Bereich des Website Hostings zu übertragen, das heisst unter anderem, dass alle Fehler, Downtimes, etc. sofort & öffentlich publiziert werden, dass demokratische Entscheidungsstrukturen (z.B. Wahlen der Mitglieder) bestehen, dass nicht gewinnorientiert gewirtschaftet wird, dass die Technik auf dem Server transparent zugänglich ist (debian Server machen's möglich) und nicht zuletzt: dass Einer dem Anderen bei Problemen zur Seite steht. Gerade im Bereich des Website Hostings ist dieser Ansatz IMHO Gold wert. Daher wird nun seit kurzem auch snooweatinganima.de von Hostsharing konnektiert.
Eine Flasche Champagner
Posted by dominique | Datum: alt
Beim Lesen des Artikels Ein Tag wie kein anderer von Marion Gräfin Dönhoff ist mir eine Geschichte eingefallen, die mir mein Opa Arnold Sersch einmal erzählt hat. Er saß an diesem schicksalsträchtigen Tag im Offizierskasino (er war, wie auch mein anderer Opa, Offizier in der Wehrmacht) als im Radio die Meldung vom Anschlag durchgegeben wurde. Zu diesem Zeitpunkt war es unklar, ob Hitler überlebt hatte. Das gesamte Kasino sei totenstill gewesen, als auf einmal ein Offizier, dessen Namen mein Opa nicht kannte, aufgezeigte und rief: "Ordonnanz! Eine Flasche Champagner!"
Einen Tag später war der unbekannte Offizier verschwunden.
Update: Der unbekannte Offizier ist gar kein Unbekannter: Auf Nachfrage hat ihn mein Opa als Rittmeister Kurt Hasse identifiziert, Olympiasieger 1936 im Reiten (Springen). Falls jemand weitere Informationen zu seinem Lebenslauf besitzt würde ich mich - wie auch mein Opa - über eine Nachricht sehr freuen!
Update2: Interessant. Von Georg Johann Elser habe ich tatsächlich nie etwas gehört.
Step21 - Netzwerk für Toleranz
Posted by dominique | Datum: alt
step21.de ist ein von diversen Unternehmen (Bertelsmann, DaimlerChrysler, Siemens) finanziertes Projekt, das sich um die Vernetzung kleinerer engagierter Projekte kümmert. Die Schirmherrschaft hat unser Bundespräsident Johannes Rau, unterstützt wurde und wird das Projekt von vielen Promis, so z.B. auch von der erst kürzlich verstorbenen Marion Gräfin Dönhoff. Im Rahmen eines "Bestpage" Wettbewerbs nehme ich mit snooweatinganima.de teil...ich weiss zwar nicht ob ich in ihr Konzept so hineinpasse, aber die Idee gefällt mir.
Deutscher Hiphop? Jaaa!
Posted by dominique | Datum: alt
Kinderzimmer Productions nennt sich die Kombo; die Texte sind elaboriert, die Beats einfach nur abgefahren.
UPDATE: Die KiZis waren auf dem Open Ohr Festival hier in Mainz und haben kräftig abgerockt. Wusste garnicht, dass 'Tek Beton' niemand anderes als Textor himself ist. War eine gelungene Show.
>>Snippet Tape anhören! (read: Mixtape aus angespielten Stücken der aktuellen Platte "Wir sind da, wo oben ist")
>>Biographie als PDF
Der Ewige Jude
Posted by dominique | Datum: alt
In seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit nationalsozialistischer Filmpropaganda hat Stig Hornshøj-Møller (1949-1999) viel Lesenswertes zusammengetragen - einiges davon ist unter folgendem Link zu erreichen:
[Der Ewige Jude] Papers über den gleichnamigen Film von 1933
Die Privacy Card
Posted by dominique | Datum: alt
Eine tolle Sache: Mit der Privacy-Card des FoeBuD e.V. können Sie das Rabattsystem PayBack auf völlig legale Art und Weise ausnutzen, um den Datenschutz zu unterstützen. Sehr kreative Idee.
Gator Spyware
Posted by dominique | Datum: alt
Vielleicht ist es Ihnen folgendes auch schon einmal aufgefallen: Sie surfen lustig im Netz herum und auf einmal fragt Sie Windows, ob Sie nicht Software XYZ installieren wollen...willkommen in der wunderbaren Welt von ActiveX. Sie können das zwar verneinen (d.h. der Software nicht volle Zugriffsrechte auf Ihren PC geben), aber in der Eile des Gefechtes "verklickt" man sich auch mal...oder hat Kinder am Rechner sitzen...oder oder oder. Nun, bei "Gator" hat man sich damit einen echten Kuckuck in das Nest gelegt. Die Software meldet z.B. die Website, die Sie gerade besuchen, an den Gator/OfferCompanion-Server & bietet (den Gator/OfferCompanion-Kunden) gezielt die Möglichkeit, Sie mit "targeted ads", die über die eigentlichen Werbebanner der von Ihnen besuchten Seite gesetzt werden, von der Seite wegzulocken. Sie bekommen auf einmal fast alle Werbung "aus einer Hand". Was diese Software ohne Ihr direktes Wissen veranstaltet ist IMHO geradezu erschreckend...doch es gibt Abhilfe. "AdAware" heisst ein sehr gutes Freeware-Programm, das Gator (und den vielen anderen ähnlichen "Geschenken" der halblegalen Werbeindustrie) den Garaus machen kann. Es scannt nicht nur Festplatte & System, sondern auch die Registrierung und entfernt (auf Nachfrage) alle gefundene Spyware (im Übrigen auch DoubleClick Cookies). Sie finden die Software sowie weitere Informationen unter folgenden URLs:
http://www.lavasoft.de/
http://www.lavasoftusa.com/
Saturn wird vom Mond verdeckt
Posted by dominique | Datum: alt
Am 03.11.2001 hat mein Vater mit dem Teleskop meiner Mutter gegen 22h eine schöne Aufnahme gemacht - sie zeigt den Mond, der sich vor den im Hintergrund erscheinenden Saturn schiebt. Besonders schön finde ich die deutlich sichtbaren Ringe des Saturns...aber sehen Sie selbst.
Zum Betrachten des Video's benötigen Sie den divX - Codec.
kante - gute musik
Posted by dominique | Datum: alt
kante, eine der wenigen deutschen Musikgruppen, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, hat ein Album namens zweilicht herausgebracht. Obzwar nicht mehr total neu, kann ich diese Platte doch nur jedem, der sie noch nicht kennt, wärmstens anempfehlen - intelligenter Hörgenuss der exquisitesten Art!
OPT-OUT bei Doubleclick
Posted by dominique | Datum: alt
Hier könnt Ihr Euch aus der "Nutzungsprofile" erstellenden Firma Doubleclick "austragen" lassen, was bedeutet, dass sie über Euch kein Nutzungsprofil mehr anlegen darf. Schaut mal rein - auch Ihr habt sicherlich bereits eine eigene "UNIQUE-ID"...Orwell lässt grüssen! Übrigens müsst Ihr Euch jedesmal, wenn Ihr Euern Cache samt Cookies leert, wieder austragen (OPT-Out funktioniert über einen Cookie).